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LESBAR - unsere Lese- und Medientipps

In der Hauptstelle der Stadtbücherei können Sie wieder die beliebte LESBAR besuchen. Hier lässt es sich bei einer Tasse Kaffee ausgezeichnet schmökern, in den Zeitungen und Zeitschriften blättern oder via WLAN Internetzugang nutzen. Dazu servieren wir Ihnen unsere monatlichen Lektüre- und Medientipps.  


Hygiene- und Schutzkonzept für den Besuch der LESBAR
Der Zugang zur LESBAR durch die Bücherei-Innenräume ist derzeit an die 3G-Regel gebunden, nach der nur geimpfte, genesene oder getestete Personen die Bücherei betreten dürfen. Auf dem festen Sitzplatz darf die Maske am Tisch abgenommen werden. Dabei ist auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen zu achten. 


#HEIMAT SEPTEMBER 2021

Kaum ein anderer Begriff ist so vieldeutig und emotional aufgeladen wie #Heimat: Wo fängt die Heimat an und wo hört sie auf? Definieren wir die Heimat als einen Ort oder ein Gefühl? Wollen wir das Eigene, Einheimische bewahren oder neu entwickeln und gestalten? Und wie ist es, die Heimat zu verlassen, sie aufgeben zu müssen und eine neue zu suchen? Was macht die Heimat aus für diejenigen, die aus ihrem Land fliehen und fortan im Exil leben müssen? Mit unseren aktuellen Medienempfehlungen für September laden wir Sie ein, verschiedene Facetten der Heimat zu erlesen. Und mit den Dokufilmen über die Nordsee und Ostsee bei filmfriend eine neue Perspektive auf die Landschaften & Leute einnehmen, die unsere Heimat ausmachen - von oben! 

   
         
 

Björn Kern: Solikante Solo
Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2021, 336 Seiten
Als Buch verfügbar? 

Wo sucht und findet die Generation Y, die einem globalen Lebensstil fröhnt und sich zugleich nach Verwurzelung sehnt, ihre Heimat? In der Metropole oder in der Provinz, in der multikulturellen Weltstadt Berlin oder in Solikante, einem Dorf im märkischen Oderbruch, in dem ein verfallenes Gutshaus, ja, beinahe ein Schloss zum Verkauf steht? In dem Roman von Björn Kern suchen Jann und Ruth einen Ort, an dem sie und ihre kleine Tochter Sisal heimisch werden können. Aber gibt es einen gemeinsamen Ort und ein Zuhause für zwei, die so unterschiedlich sind? So gegensätzlich wie Stadt und Land? Der gescheiterte Unternehmer, dessen Brauereikette Pleite ist und die Psychoterapeutin, die endlich eine Festanstellung ergattert hat? Dem Motiv der Suche nach Heimat und Zugehörigkeit fügt der Autor weitere Fragen unserer Zeit hinzu: Nachhaltigkeit, Klimawandel und Umweltschutz, Sinn und Form der Erwerbsarbeit, Ost-West-Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands, Fremdenfeindlichkeit und Ressentiments. 

 
       
 

Saša Stanišić: Herkunft
München: Luchterhand Verlag 2019, 368 Seiten
Verfügbar als Buch / Hörbuch / eBook / eAudio?

"Meine Familie lebt über die ganze Welt verstreut. Wir sind mit Jugoslawien auseinandergebrochen und haben uns nicht mehr zusammensetzen können. Was ich über Herkunft erzählen möchte, hat auch zu tun mit dieser Disparatheit, die über Jahre mitbestimmt hat, wo ich bin: so gut wie niemals dort, wo Familie ist." Auf der Weltkarte gibt es die Heimat von Saša Stanišić nicht mehr – die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien zerfiel in einem blutigen Bürgerkrieg vor 30 Jahren; seine bosnisch-serbische Familie floh aus dem Städtchen Višegrad nach Deutschland. Bei späteren Reisen nach Oskoruša, das Bergdorf seiner Vorfahren, merkt der Autor, dass der Ort zunehmend ausstirbt. Wo ist und wird man heimisch, wenn es die Orte der Kindheit und Geborgenheit nicht mehr gibt? Wenn es in der Familiengeschichte mehr Lebensbrüche als kontinuierliche Linien gibt? Für seine autobiografischen Erinnerungen und poetisch-märchenhafte Erfindungen rund um die Themen wie Herkunft und Emigration, Ankunft und Ausgrenzung wurde Stanišić 2019 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Sein lesenswertes Buch ist mittlerweile in beinahe 30 Sprachen übersetzt und wird auf zahlreichen Theaterbühnen aufgeführt, u.a. auch im Münchner Volkstheater. 

 
       
 

Louis-Phillipe Dalembert: Die blaue Mauer. Aus dem Französischen von Christine Ammann
Zürich: Nagel & Kimche Verlag 2021, 319 Seiten
Als Buch / eBook verfügbar?

Syrien, Nigeria, Eritrea. Bürgerkrieg, Armut, Zwangsmilitärdienst. Die wohlhabende Muslimin Dima. Die durchsetzungsstarke Jüdin Chochana. Die mutige Christin Semhar. Drei Frauen, drei Religionen, drei Fluchtgeschichten – und ein Ziel. Eine neue Heimat in Europa hinter der „Blauen Mauer“, dem Mittelmeer, finden, den Gefahren entkommen und neue Perspektiven finden. Gekonnt entfaltet der aus Haiti stammende und auf Französisch schreibende Autor Louis-Phillip Dalambert auf der Basis einer realen Flüchtlingstragödie die Porträts seiner drei Protagonistinnen, die sich auf dem Bord eines überfüllten Fischkutters kreuzen. Das Schiff sticht in Libyen ins Mittelmeer, auf der Überfahrt nach Europa sind die Flüchtenden aus afrikanischen und arabischen Ländern nicht nur der Willkür und der Misshandlung durch die Schlepper ausgesetzt. Angesichts der Todesangst und Verzweiflung bricht unter den Geflüchteten rassistisch motivierte Gewalt aus, die in einem blutigen Massaker zahlreiche Menschenleben kostet. Drastisch, beklemmend und eindringlich geschildert.

 
       
 

Daniela Wattenbach: Heimat im Glas. Vergessene Köstlichkeiten
München: Südwest Verlag 2020, 2015 Seiten
Als Buch verfügbar? 

Wie schmeckt sie, die Heimat? In ihrem Kochbuch hat Daniela Wattenbach Rezepte „aus der Speisekammer vor der eigenen Haustür“ und kulinarische Kindheitserinnerungen aus ihrer fränkischen Heimat gesammelt, wiederbelebt und neu interpretiert, die auf dem Prinzip des Haltbarmachens beruhen. Obst und Gemüse einkochen, oder mit Essig, Öl und Alkohol konservieren, Beeren und Kräuter einfrieren oder trocknen – alles ohne künstliche Zusatzstoffe. Der Rezeptteil ist nach den vier Jahreszeiten strukturiert: Im Frühling werden Giersch-Limo und Löwenzahnblütenlikör ausgeschenkt, im Sommer kommen Himbeergeleee mit Rosenblättern oder Spargel in die Weckgläser, aus der reichen Herbsternte lässt sich Quittenbrot backen, zu dem Kürbismus oder Hagebuttensenf passen, im Winter kommen schließlich Honiglebkuchen und Nussecken auf den Tisch.  Den ansprechend komponierten Rezeptbildern lassen sich außerdem Dekoideen entnehmen, um die eingemachten Köstlichkeiten zu originellen Gastgeschenken zu verwandeln. 

 
       
 

Sina Trinkwalder: Heimat muss man selber machen. Wie wir gemeinsam eine lebenswerte Gesellschaft schaffen
München: dtv 2020, 205 Seiten
Als Buch verfügbar? 

Faires Miteinander, Respekt und Menschlichkeit als Grundhaltung – die Unternehmerin Sina Trinkwalder betrachtet die Heimat neu. Es ist nicht der geographische Geburtsort oder das Herkunfstland, sondern ein sozialer Raum, der von uns allen gestaltet und geprägt wird. Beheimatet und angenommen werden können wir nur in einer Gesellschaft und sozialen Umgebung, die Chancengerechtigkeit sowie Bildungs- und Berufszugänge für alle garantiert, die die Schwächeren akzeptiert und nicht diskriminiert und die die Stärken eines jeden einzelnen fördert. Klingt nach realitätsferner Utopie? Die Gründerin der ökosozialen Textilfabrik „manomama“ in Augsburg verliert sich nicht in Wunschträumen und Theorien, sondern handelt und macht. Sie gibt mehr als 100 Leuten Arbeit, darunter Langzeitarbeitslosen, MigrantInnen, Älteren, Alleinerziehenden, Leuten mit Handicap – und schafft in ihrer Nähmanufaktur einen Raum der Wertschätzung und Würde. Kein Ratgeber für JungunternehmerInnen, sondern ein ideenreicher, inspirierender und ehrlicher Erfahrungsbericht einer Visionärin, die im Kleinen die Welt - und die Heimat - verändert.  

 
       
 

Hans-Peter Schneider: Passt scho! aus der Reihe „Seppis Tagebuch“. Ab 9 Jahren
Rosenheimer: Rosenheimer Verlag 2014, 208 Seiten
Als Buch / eBook verfügbar? 

Der Lehrer Rammelmeyer und seine Mutter glauben, dass Seppi nicht genug denkt und erwarten, dass er mehr schreibt. Was liegt da näher als ein eigenes Tagebuch zu führen! So schreibt Seppi seine Gedanken auf, damit er diese nicht vergisst und er doch seine Intelligenz unter Beweis stellen kann. Dabei wird den kleinen LeserInnen klar, dass Seppi ein typischer frecher Schuljunge ist, allerdings aus Bayern - also ein echter bayerischer Lausbua! Ob er nun von einem älteren Mitschüler verprügelt wird (a bar Watschn kriagt ) oder auf dem Gang der Schule dem Schulrektor Killer-Miller ausweichen muss, der ihm ständig wegen seiner Streiche Standpauken hält ( ihn dauernd zur Sau macha wui), am Ende kommt immer Seppis Antwort: Passt scho! Eine nicht weniger witzige Alternative zu "Gregs Tagebuch", nur eben in bayerischer Mundart!
Der Erfolg dieser Tagebuch-Reihe zeigt sich vor allem darin, dass im Rosenheimer Verlagshaus bereits acht Fortsetzungen von „Seppis Tagebuch“ erschienen sind, und Bd. Nr. 10 für Oktober 2021 angekündigt wurde!