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LESBAR - unsere Lese- und Medientipps

In der Hauptstelle der Stadtbücherei können Sie unsere LESBAR besuchen. Hier lässt es sich bei einer Tasse Kaffee ausgezeichnet schmökern, in den Zeitungen und Zeitschriften blättern oder via WLAN Internetzugang nutzen. Dazu servieren wir Ihnen unsere monatlichen Lektüre- und Medientipps.  


Hygiene- und Schutzkonzept für den Besuch der LESBAR
Der Zugang zur LESBAR durch die Bücherei-Innenräume ist derzeit an die 3G-Regel gebunden, nach der geimpfte, genesene und/oder getestete Personen die Bücherei betreten dürfen. Auf dem festen Sitzplatz darf die Maske beim Konsumieren von Getränken am Tisch abgenommen werden. In der LesBar ist auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen zu achten. 


#FRAUEN - MÄRZ 2022

Am Internationalen Frauentag, dem 8. März 2022, wird man in dem Sender Deutschlandfunk Kultur ausschließlich weibliche Stimmen hören. Ein gewagtes Experiment? Das rein weibliche Team der Stadtbücherei lädt Sie im März dazu ein, sich auf einen Selbstversuch einzulassen und sich in diesem Monat ausschließlich Medien von und über Frauen auszuleihen: Bücher, die über Geschlechteridentitäten nachdenken, Filme und Hörspiele, die das Aufbegehren gegen patriarchalische Strukturen thematisieren, Biografien von Mädchen und Frauen, die Geschichte geschrieben haben. Über den Streamingdienst „filmfriend“ können Sie zudem auf die Filmauswahl „Die Zeit der Frauen – Filme über den langen Weg zu gleichen Rechten“ zugreifen oder sich die Filmschätze aus der Sammlung der Deutschen Kinemathek zum Thema „Weibliche Lebensentwürfe“ anschauen. Das zusammengestellte Medienangebot zum Thema Frauen finden Sie in der Bücherei-Hauptstelle am Max-Mannheimer-Platz. 
Zum kostenfreien Mitnehmen liegen hier außerdem Materialien und Broschüren aus, die über die für Frauen bestimmte Unterstützungs- und Beratungangebote der Abteilung Familienberatung, Gleichstellung und Inklusion des Landratsamts Dachau informieren.

Besonders ans Herz möchten wir Ihnen in diesen Tagen die starken literarischen Stimmen der AutorInnen aus der Ukraine ans Herz legen- entdecken und lesen Sie die Bücher von Katja Petrowskaja, Tanja Maljartschuk, Lana Lux oder Marjana Gaponenko.

   
         
 

Zanna Sloniowska: Das Licht der Frauen
Zürich: Kampa Verlag 2018, 272 Seiten. Aus dem Polnischen von Olaf Kühn
Als eBook verfügbar?

Die auf Polnisch schreibende ukrainische Autorin Zanna Sloniowska erzählt in ihrem Romandebüt die Geschichte von vier Frauen einer Familie und gleichzeitig die Geschichte der multikulturellen Stadt Lemberg. Vier Frauen, in komplizierten Beziehungen miteinander verbunden, ist die künstlerische Begabung und rebellisches Wesen eigen. Die Urgroßmutter Stanislawa wollte Sängerin werden, gab jedoch in Wirren des Zweiten Weltkriegs ihre Ambitionen auf und lebt jetzt verbittert in einem zunehmend verwahrlosten Zimmer. Ada, die Großmutter, ist pensionierte Ärztin, die ursprünglich Malerin werden wollte. Erst Adas Tochter Marianna wird zu einer gefeierten ukrainischen Opernsängerin und Befreiungskämpferin, die 1988 bei Demonstrationen um die Unabhängigkeit der Ukraine auf offener Straße erschossen wird. Ähnliche Gewaltszenen erlebt dann die Erzählerin, Mariannas Tochter, bei den Demonstrationen auf dem Maidan-Platz in 2013. Ein eindrückliches Buch über die Unabhängigkeit und das Selbstbestimmungsrecht einer jeden Frau und eines jeden Landes!

 

 
       
 

Theresia Enzensberger: Blaupause
München: Hanser Verlag 2017, 256 Seiten

Als Buch / eBook verfügbar?

Theresia Enzensbergers Romandebüt stellt die Emanzipationsgeschichte einer jungen Künstlerin in den Mittelpunkt, der Architekturstudentin Luise Schilling. Sie kommt Anfang der 1920er Jahre an das Weimarer Bauhaus und studiert bei prominenten Professoren bei Walter Gropius oder Wassily Kandinsky. In diesem vermeintlich fortschrittlichen und freien, experimentierfreudigen und progressiven Künstlermilieu stößt sie trotz allem Talent und Begabung allerdings auf die überlieferten Geschlechterklischees und Rollenzuschreibungen. Weibliche Kreativität soll in der Weberei oder Textilwerkstatt ausgelebt; Architektur und Design sollen weiterhin männliche Domäne bleiben. Auch bei ihrem zweiten Anlauf, 1926 am Bauhaus in Dessau, bleibt Louise hinter ihren männlichen Kommilitonen in der zweiten Reihe. „Mehr Mut und Rebellion, mehr Durchsetzungskraft und Selbstbewusstsein!“, möchte man der Protagonistin beim Lesen zurufen; vor allem dann, als sie zuschauen muss, wie ihr Mentor und Professor Gropius einen ihrer Entwürfe für seine innovative Idee ausgibt. Im Epilog erfährt man dann doch von ihrem stillen, wenn auch späten Triumpf: Nach ihrer Auswanderung in die USA arbeitet Luise in einflussreicher Position an der New Yorker Baubehörde und hat eines von Gropius eingereichten Bauprojekte zu begutachten... 

 
       
 

Marco Balzano: Wenn ich wiederkomme
Zürich: Diogenes 2021, 320 Seiten. Aus dem Italienischen von Peter Klöss

Als Buch / eBook / eAudio verfügbar?

Marco Balzanos Roman macht die Arbeitsmigration von Frauen aus Osteuropa, die im wohlhabenden Westen (häufig illegal oder arbeitsrechtlich ungenügend abgesichert) Pflege- oder Haushaltshilfejobs übernehmen, zum literarischen Thema. Daniela lässt ihren Mann und zwei Kinder in Rumänien zurück, um als Pflegekraft in Mailand zu arbeiten. Vier Jahre lang schickt sie regelmäßig ihr im Ausland verdientes Geld nach Hause, um ihren Kindern eine bessere Schulbildung und später ein Studium zu ermöglichen. Ihre nur kurzen Besuche in Rumänien lassen die Fragen der beiden Teenager Angelica und Manuel nach ihrem Weggang unbeantwortet, die Kinder entfremden sich zunehmend von der Mutter. Erst als Danielas Sohn Manuel einen schweren Unfall hat, kehrt sie nach Hause zurück – offen bleibt jedoch, ob der Riss in der Familie geheilt werden kann. 

 

 
       
 

Abi Daré: Das Mädchen mit der lauternen Stimme
Köln: Eichborn 2021, 367 Seiten. Aus dem Englischen von Simone Jakob
Als Buch verfügbar?


Adunni ist noch ein Teenager-Mädchen, als sie nach dem frühen Tod der Mutter von ihrem Vater an einen deutlichen älteren Mann verkauft wird, obwohl sie zur Schule gehen und später Lehrerin werden möchte. Dem Taxifahrer Morufu, der bereits zwei Ehefrauen hat, soll die 14-jährige endlich einen Sohn gebären. Aus der gefühlslosen, despotischen Ehe bricht sie auf und flieht nach Lagos, wo sie zunächst als Hausangestellte in dem neureichen Privathaushalt von Big Madam und Big Daddy wird. Ihrem Arbeitgeber ist sie schutzlos ausgeliefert – und doch erkämpft sie sich am Ende mit einem Schulstipendium einen Zugang zur Bildung.
In Adunnis Welt, dem heutigen Nigeria, bestimmen immer noch Väter, Ehemänner und Dienstherren die Lebenswege von Mädchen und Frauen; Zwangsehe und Sexnötigung, Kinderarbeit und Ausbeutung festigen die patriarchalischen Strukturen. Das Verlangen nach Selbstbestimmung ist für Adunni mit der „lauternen“ Stimme verbunden: „Meine Mama hat gesagt, Bildung gibt mir eine Stimme. Aber ich will mehr als nur eine Stimme, Ms Tia. Ich will eine lauterne Stimme. Ich will in einen Raum kommen, und die Leute sollen mich schon hören, noch bevor ich den Mund aufmach.“  

 
       
 

Torsten Körner: In der Männer-Republik. Wie Frauen die Politik eroberten
Köln: Kiepenheuer & Witsch 2020, 368 Seiten

Als Buch / eBook / eAudio verfügbar?

Torsten Körners Buch versammelt interessante und inspirierende Porträts von Politikerinnen in der männerdominierten Bonner Republik – etwa von Elisabeth Schwarzhaupt von der CDU, die Anfang der 1960er Jahre Bundesgesundheitsministerin wurde und damit die erste Frau, die ein Bundesministeramt inne hatte, oder von Petra Kelly, der ersten Fraktionssprecherin der Grünen nach ihrem Einzug in den Bundestag in 1983. Der Autor fragt auch nach den Gründen, warum weibliche Politik-Karrieren mehrheitlich unsichtbar bleiben oder schnell in Vergessenheit geraten. Auch in den „Schaltzentralen der Macht“ werden Frauen verspottet, verhöhnt und lächerlich gemacht, auf ihr Äußeres reduziert, sie müssen sexistische und chauvinistische Sprüche ertragen, ihre Redebeiträge und Leistungen werden abgewertet. Das Sachbuch, unter dem Titel „Die Unbeugsamen“ auch erfolgreich verfilmt, schreibt eine Geschichte der politischen Gleichberechtigung in Deutschland, die noch nicht erreicht worden ist; schließlich beträgt der Frauenanteil im Bundestag aktuell lediglich 31 Prozent. 

 

 
   
 
 
 

Caroline Criado-Perez: Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert
München: btb 2020, 494 Seiten. Aus dem Englischen von Stephanie Singh

Als Buch / eBook verfügbar?

Die Erhebung wissenschaftlicher Daten für Statistiken hat direkte Auswirkungen auf unser tägliches Leben – und unsere Gesellschaft als Ganzes. Wie sollen Medikamente richtig dosiert werden? Wie soll die Temperatur in Büroräumen optimal eingestellt werden? Wie lassen sich Spracherkennungssoftwaresysteme auch von Frauen zuverlässig steuern, wenn sie überwiegend mit männlichen Stimmen trainiert wurden?
Die Forschung und Planung in Bereichen wie Medizin, Autoindustrie, Stadt- und Verkehrsplanung , aber auch in der Politik und im öffentlichen Leben basiert fast ausschließlich auf Daten, die Männer zur Norm nehmen. Diese große geschlechterbezogene Datenlücke nennt die Journalistin Caroline Criado-Perez den „Gender Data Gap“. Ihr faktenreiches Buch macht an vielen Beispielen aus der weiblichen Lebens- und Arbeitsrealität deutlich, dass diese Datenlücke im Produktdesign, bei politischen Entscheidungen und im Beruf überwunden werden muss – und somit auch die Unsichtbarkeit der Frauen in der Datenwelt.

 

 
       
    Dr. Slávka Rude-Porubská (Leitung)  

 

BUCH UND MEHR Eine Empfehlung von Paulina Spengler, Auszubildende

 

"Die Dirigentin" ist eine beeindruckende Lebensgeschichte von Antonia Brico, die als Dirigentin auch anderen Frauen den Weg auf die großen Konzertbühnen der Welt gebahnt hat. 


In der Stadtbücherei Dachau finden Sie die Geschichte der "Dirigentin" als Buch, Hörbuch, eBook und als Film auf DVD.