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LESBAR - unsere Lese- und Medientipps

In der Hauptstelle der Stadtbücherei können Sie wieder die beliebte LESBAR besuchen. Hier lässt es sich bei einer Tasse Kaffee ausgezeichnet schmökern, in den Zeitungen und Zeitschriften blättern oder via WLAN Internetzugang nutzen. Dazu servieren wir Ihnen unsere monatlichen Lektüre- und Medientipps.  


Hygiene- und Schutzkonzept für den Besuch der LESBAR
Der Zugang zur LESBAR durch die Bücherei-Innenräume ist derzeit an die 3G-Regel gebunden, nach der nur geimpfte, genesene oder getestete Personen die Bücherei betreten dürfen. Auf dem festen Sitzplatz darf die Maske am Tisch abgenommen werden. Dabei ist auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen zu achten. 


#WALD NOVEMBER 2021

Der Wald ist für die Menschen ein Sehnsuchts- und Schreckensort zugleich. Unendliche Wälder sind eine uralte Inspirationsquelle für KünstlerInnen und LiteratInnen; sie wurden in Versen romantischer Naturgedichte besungen und dienten als Schauplätze unheimlicher Grusel- und Krimigeschichten. Wir nutzen den Wald als Reise- und Wanderziel, er dient uns als Erholungsgebiet und Lernort genauso als Nutzfläche, Holz- und Nahrungsmittellieferant, Sauerstoffproduzent und Klimaschützer. 

Wenn im November die Wälder bunt werden, nehmen wir Sie auf einen literarischen Spaziergang durch unsere Regale und empfehlen Ihnen – auf dem Büchertisch in der Hauptstelle sowie in der digitalen LesBar – unsere Wald-Auslese. Doch nicht nur Bücherliebhaber kommen dabei auf ihre Kosten; in der filmfriend-Kollektion „Mythos Wald – Sehsuchtsort voller Wunder“ sind auch zahlreiche Filmdokus und Naturfilme über Bäume, Urwälder und Wildtiere zu entdecken.  

   
         
 

H.D. Walden: Ein Stadtmensch im Wald
Berlin: Verlag Galiani Berlin 2021, 110 Seiten
Als Buch verfügbar?
 

Es liest sich wie ein Buch der Stunde: In der Corona-Pandemie verzieht sich ein Schriftsteller in eine Hütte mitten im großen Ruppiner Waldgebiet in Brandenburg. Die Tage und Nächte in dem selbstgewählten „Wood-Office“ verbringt er alleine – oder doch nicht, denn es sind zahlreiche Tiere, die ihm Gesellschaft leisten und zu denen er, ein bekennender Naturbanause aus der Großstadt, nach und nach eine Beziehung aufbaut. Hinter dem Pseudonym H.D. Walden versteckt sich der in Berlin lebende Schweizer Autor Linus Reichlin, der hier offen und stellenweise selbstironisch von seinem Naturselbstversuch mit Hausmaus, Waschbär, Reh und Fuchs schreibt. Die wunderbaren Vogel- und Tierzeichnungen von Elisa Rodriguez Scasso ergänzen gut insbesondere die subjektiven Textstellen, die in Notizbuch-Form gehalten sind. Ein modernes Einsiedlerleben in der Natur; und eine literarische Hommage an den Klassiker der amerikanischen Literatur, den Titel "Walden. Leben in den Wäldern" von H.D. Thoreau. 

 

 
       
 

Melanie Raabe: Die Wälder
München: btb 2019, 425 Seiten
Als Buch / eBook / Hörbuch / eAudio verfügbar?
 

Düster und angsteinflößend, finster und gefährlich: Die Kinderclique aus dem von unheimlichen Wäldern umgebenen Dorf kommt Jahre später wieder zusammen, um dem Auftrag des kürzlich verstorbenen gemeinsamen Freund Tim nachzugehen, der als Fotograf international bekannt wurde. Es gilt, die Umstände des mysteriösen Verschwindens von Tims Schwester Gloria herauszufinden. Ist sie damals einfach abgehauen? In den endlosen, albtraumhaften Wäldern spurlos verschwunden? Vom Wolff, dem örtlicher Schrottplatz-Besitzer, entführt und ermodert? In Rückblenden erzählt und mit der Atmosphäre der Ungewissheit meisterhaft spielend verflicht die Erfolgsautorin Melanie Raabe in ihrem Thriller die Ebenen der Gegenwart und der Vergangenheit: Hatten die Kinder damals tatsächlich Beweise gefunden, die Wolff des Mordes an Gloria überführen können? Und trauen es sich dei Ärztin Nina, der Polizist David und der Architekt Heinrich nun als Erwachsene, sich ihren kindlichen Ägsten, Erinnerungen und den Traumata von damals zu stellen? Fesselnd und spannend bis zur letzten Seite! 

 
       
 

Rikke Rosengren: Mit Kindern in der Natur. Waldpädagogik auf Grundlage der Waldorferziehung.
Aus dem Dänischen und Englischen von Daniela Syczek und Martin Lintz
Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben 2021, 192 Seiten
Als Buch verfügbar?
 

Ihre praktischen Erfahrungen als Gründerin des Waldkindergartens „Bonsai“ in der Nähe von Kopenhagen lässt die Dänin Rikke Rosengren in dieses informative Buch einfließen. Den theoretischen Hintergrund ihres Naturpädagogikkonzepts bildet die Waldorfpädagogik nach Rudolf Steiner; die zahlreichen Anregungen und mit ansprechenden Fotos bebilderten Ideen zur Nutzung der Natur als Rahmens für pädagogische Arbeit mit zwei- bis sechsjährigen Kindern lassen sich aber sehr gut auch in anderen Vorschul-Kontexten anwenden. Täglicher Aufenthalt auf der frischen Luft, naturnahes freies Spiel, authentische Sinneswahrnehmungen aus der möglichst ungeformten Natur, das Erleben von Jahreszeiten und Kennenlernen von Pflanzen, Bäumen, Insekten, Vögeln und Kleintieren, der Umgang mit Naturmaterialien – fundiert liest sich Rosengrens Plädoyer für den täglichen Zugang zur Natur, der nicht nur die Gesundheit und das Immunsystem der Kleinen stärkt, zu deren körperlichen Entfaltung, zum Muskelaufbau und zur Entwicklung der Feinmotorik beiträgt, sondern auch die psychische Widerstandskraft, Stärke und die sozialen Kompetenzen der Kinder unterstützt.     

 

 
       
 

Peter Wohlleben: Der lange Atem der Bäume. Wie Bäume lernen, mit dem Klimawandel umzugehen - und warum der Wald uns retten wird, wenn wir es zulassen
München: Ludwig Verlag 2021, 255 Seiten
Als Buch / Hörbuch verfügbar? 

Schon wieder ein Beststeller aus der Feder des bekanntesten Försters Peter Wohlleben! Diesmal schlägt der Baumkenner, der schon in seinen früheren Büchern die These von dem Wald als einem hochvernetzten und sensiblen System von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen entwickelt hat, in seinem neuesten Sachbuch kritische Töne an und prangert gleichermaßen den profitorientierten Raubbau an Wäldern, die ausschließlich an der Holzgewinnung orientierte konventionelle Forstwirtschaft wie auch die beim Klimaschutz immer noch zögernd vorgehende Politik. Außerdem nimmt er schonungslos die ökologischen Fehler bei der eigentlich gut gemeinten Wiederbewaldung und den öffentlichkeitswirksam durchgeführten Baumpflanzaktionen unter die Lupe. Überzeugend und auch für Laien gut lesbar betont Wohlleben, dass Bäume und Waldflächen unverzichtbar im Kampf gegen die globale Erderwärmung sind, Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernen und lokale Regenmengen deutlich erhöhen können. Hoffnungsvoll stimmt die Überzeugung des Autors, dass einzelne Bäume wie auch ganze Waldökosysteme als lern- und anpassungsfähige Organismen für die Selbstheilungs- und Regenerationskräfte der Natur stehen, die den menschengemachten Klimawandel aufhalten können.     

 
       
 

Diane Dittmer: Wald- und Wiesen-Kochbuch. Köstliches mit Wildkräutern, Beeren und Pilzen
München: Grafe und Unzer 2014, 160 Seiten
Als Buch verfügbar? 

Wie kommt Köstliches aus dem Wald und der Wiese auf den Teller? Welche Kräuter, Pflanzen, Beeren und Pilze eignen sich für leckere saisonale Gerichte? Und wie lassen sich auch die beliebten internationalen Rezeptklassiker mit Zutaten aus der „grünen Speisekammer“ neu interpretieren? Die Food-Redakteurin und Kochbuchautorin Diane Dittmer begeistert sich für Kräuterkunde und zeigt in ihrer nach den vier Jahreszeiten sortierten Rezeptsammlung überzeugend, wie sich die in der Natur selbst gepflückte oder gesammelte Zutaten für das sogenannte wilde Kochen eignen. Die Fotografien der Food-Stylistin Anke Schütz setzen die Gerichte wie Bärlauch-Lasagne und Giersch-Ravioli, Brennnesselschmarrn und Wildkräterklöße, Holundertörtchen und Rosenblüten-Biskuitrolle oder Waldpilz-Frittata und Joghurt-Mousse mit Sanddorn visuell ansprechend in Szene. Jede Rezeptseite ist mit Mengenangaben für vier Personen, Informationen zur Zubereitungszeit und zum Kalorieumfang pro Portion ausgestattet; einige der Rezepte „würzt“ die Autorin außerdem mit zusätzlichen Tipps zu alternativen Zutaten oder zum Vorgehen beim Kochen und Aufbewahren.

 
       
 

Ole Könnecke: Anton und die Blätter
München: Hanser Verlag 2007. Ab 4 Jahren
Als Buch verfügbar? 

Es ist Herbst und Anton hat einen riesigen Haufen bunter Blätter zusammengeharkt, bis auf das letzte Blatt. Gewissenhaft, wie Kinder sind, wenn ihnen eine Aufgabe gefällt, versucht Anton auch dieses Blatt zu den anderen zu bringen. Doch da kommt ein Windstoß und bläst es weg. Anton rennt hinter dem Blatt her. Dabei trifft er auf seinen schaukelnden Freund Lukas, der sich helfend anschließt. Auch Greta und Nina laufen mit, um das Blatt festzuhalten. Auf der Jagd nach dem Blatt landen schließlich alle Kinder in dem von Anton vorher zusammengerechten Haufen, der davon natürlich in alle Winde zerstiebt. Doch die Kinder sind zufrieden. Jedes hat ein Blatt gefunden und hält es stolz in der Hand. Nun freuen sich alle auf Saft und Kuchen. Mit fast comic-artigen Illustrationen erzählt Ole Könnecke eine kurze Bildergeschichte erzählt, deren Witz sich Kindern ab vier Jahren und Erwachsene schnell erschließt. 

 
       
   
 
 
    Sabine Drexlmaier (Team Leseförderung) und Dr. Slávka Rude-Porubská (Leitung)