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LESBAR - unsere Lese- und Medientipps

Die Hauptstelle der Bücherei können Sie derzeit zur Ausleihe und Rückgabe der Medien besuchen. Die beliebte LESBAR im Bücherei-Hauptgebäude am Max-Mannheimer-Platz ist derzeit noch zu. Bis Sie wieder bei einer Tasse Kaffee in der LESBAR schmökern können, stellen wir für Sie unsere Lektüre-Empfehlungen und Medientipps zusammen.  


#WEIT WEG! JUNI 2021

Fernweh und Fantasie: Mit unseren aktuellen Medienempfehlungen kommen Sie im Monat Juni einmal rund um den ganzen Globus! Beim Lesen heben wir gemeinsam ab und tauchen in neue Welten ein, lernen andere Kontinente kennen, besuchen unbekannte Länder oder Orte, die nur in der Fantasie der AutorInnen existieren. Berge, Wüsten und Inseln, Metropolen und Dörfer - wir wünschen Ihnen eine spannende Lesereise! 

"Auf Lesereise!" ist auch das Motto des diesjährigen Lesezeichenwettbwerbs der Stadtbücherei Dachau. Ihre Bilder - Zeichnungen, Malbilder oder Collagen - können Sie (zusammen mit der ausgefüllten Einverständniserklärung) bis zum 12. Juni 2021 einreichen. 

   
         
 

Volha Hapeyeva: Camel Travel
Graz: Literaturverlag Droschl 2021, 128 Seiten. Aus dem Belarussischen von Thomas Weiler
Als Buch verfügbar? 

In dem autobiografischen Kurzroman der heute in Deutschland lebenden Autorin machen wir und auf eine Zeitreise hinter den ehemaligen Eisernen Vorhang, in die Belarussische Sozialistische Sowjetrepublik. Die spätsozialistische Phase der 1980er und 1990er Jahre in Minsk schildert die Lyrikerin und Linguistin Volha Hapeyeva aus vordergründig unbeschwerter kindlicher Perspektive; es geht um alltägliche Miniaturszenen aus dem Familienleben und der Schule, um Ferienzeiten, Mode, Sport oder Klavierunterricht – aber eben auch um festgesetzte Geschlechterrollen und -bilder, politisch verhinderte Karrieren und Berufswege, autoritären schulischen Drill, Uniformität, Mangelwirtschaft und Desinformationen nach der Tschernobyl-Reaktorkatastrophe. Und in den Anspielungen auf das schwierige Verhältnis zu Russland, das bereits die kleine Volha im Roman artikuliert, lässt sich auch ein Kommentar zu dem aktuellen – in großen Teilen von jungen Frauen getragenen – politischen Protest in Belarus lesen: „Als lebten wir (...) im Bauch einer russischen Holzmatrjoschka. (...) Ich wollte mich nicht abfinden mit Matrjoschkaprinzip und Zweitrangigkeit.“  Heiter, ironisch und scharfsinnig zugleich!  

 
       
 

Michal Hvorecký: Tahiti Utopia
Stuttgart: Tropen Verlag 2021, 256 Seiten. Aus dem Slowakischen von Mirko Kraetsch. 
Als Buch verfügbar? 

Einem lustvollen Spiel mit geschichtlichen Fakten und literarischer Fiktion geht Michal Hvorecký in seinem neuesten Roman nach, in dem er nach dem Ersten Weltkrieg die Slowaken in die Südsee auswandern lässt. Auf den Stränden und im tropischen Dschungel von Tahiti soll das mitteleuropäische Volk neue Freiheit in Französisch-Polynesien finden, nachdem die Siegermächte in den Friedensverhandlungen von Versailles Slowakei dem nach Größe strebenden Ungarn zugeschlagen hatten, anstatt der Gründung der Tschechoslowakei zuzustimmen. Um der kulturellen Säuberung und gewaltsamen Magyarisierung zu entgehen, macht sich die gesamte Bevölkerung unter Führung des charismatischen Diplomaten und Wissenschaftlers Milan R. Štefánik als „Donaukarawane“ über Österreich, Deutschland und Frankreich auf den Weg ins vermeintliche Paradies. Im exotischen Exil lernen die Slowaken Kokospalmen anbauen, surfen und übernehmen von den Einheimischen sogar die Tradition des Ganzkörper-Tätowierens. Raffiniert baut der Autor entlang dieser alternativen Geschichtsschreibung von „Neu-Slowakien“ im Roman auch kritische Verweise auf die politische Gegenwart ein – den erstarkenden Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Fluchterfahrung und kollektiven Heimatverlust oder die Aufarbeitung des Kolonialismus. 

 

 
       
 

Pierre Jarawan: Ein Lied für die Vermissten
Berlin Berlin Verlag 2020, 464 Seiten
Als Buch / Hörbuch verfügbar?

Pierre Jarawan nimmt uns mit nach Beirut, einst „Paris des Nahen Ostens“ genannt. Aus der mondänen und multikulturellen Metropole Libanons wird nach jahrelangem verheerendem Bürgerkrieg zwischen den Milizen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften eine Stadt, die schweigt – über das Schicksal der rund 17.500 Vermissten, im Kriegskonfliktwillkürlich Verschleppten, Gefolterten und womöglich Getöteten. Ja, das ganze Land scheint an kollektiver Amnesie zu leiden, die die Staatsmacht sogar aktiv fördert, etwa mit dem Amnestiegesetz G84/91, das Straffreiheit für die Bürgerkriegsverbrechen gewährt. Das vom Autor sorgfältig vor Ort recherchierte politische Geschehen voller militärischer und ziviler Gewalt lernen wir bei der Lektüre aus der Perspektive des Ich-Erzählers Amin kennen. Er wird von seiner Großmutter Yara in Deutschland erzogen und kehrt mit ihr als Teenager Mitte der 1990er Jahre aus München nach Beirut zurück. Amins Familiengeschichte ist zugleich der Knotenpunkt, an dem die Problematik des Erinnerns und des Verschweigens im Privaten wie auch Öffentlichen zusammenläuft: Sind seine Eltern 1981 tatsächlich bei einem Autounfall ums Leben gekommen, wie es in der von der Großmutter überlieferten Geschichte heißt? Oder gehört auch die Familie Elmaalouf zu der „Gemeinschaft der Suchenden“, also zu denjenigen Libanesen, die nach ihren seit dem Bürgerkrieg vermissten Angehörigen fahnden, Privatarchive gründen und eine Aufarbeitung der Kriegsverbrechen fordern? 

 
       
 

Ronya Othmann: Die Sommer
München: Hanser Verlag 2020, 288 Seiten, Hanser 2020

Als Buch / eBook verfügbar? 

Unbeschrieben sein, dachte Leyla, ein Mensch ohne Name, ohne Geschichte.“ Benannt wurde Leyla, die Hauptfigur in Ronya Othmanns starkem Romandebüt, nach drei bekannten kurdischen Aktivistinnen. Aus dieser steten Präsenz des Politischen im Privaten erzählt der Roman vom mehrfachen Verlust der Heimat: In den 1980er Jahren muss Leylas Vater, als kurdischer Jeside zum adschnabi, zum staatenlosen Ausländer ohne jegliche Rechte erklärt,vor dem Geheimdienst des syrischen Regimes fliehen. Nach dem von der IS-Terrormiliz verübten Massenmord an den Jesiden im Shinghal-Gebirge 2014 gelangt auch der Rest der Familie nach Deutschland. Leyla selbst verliert angesichts der medialen Übertragung des brutalen Genozids allmählich ihre Erinnerungen an einen prägenden Teil ihrer Biografie; an die Sommer, die sie als Kind bei der geliebten Großmutter in syrisch-türkischem Grenzgebiet verbracht hat. Ronya Othmanns Text überzeugt sowohl in atmosphärisch dichten Bildern als auch in reflexiven Passagen rund um die Motive des Verrats als Machtinstrument, mit dem man unter Folter zum Erzählen gezwungen wird, und des Schweigens, mit dem Leylas deutscher Freundeskreis ihrem Verlusttrauma begegnet. 

 

 
       
 

Bandi: Denunziation. Erzählungen aus Nordkorea
München: Piper Verlag 2017, 220 Seiten. Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee
Als Buch verfügbar? 

Sieben Geschichten über Denunziation, Verrat, Bespitzelung und allgegenwärtige Atmosphäre der Angst. Über Unterwerfung, Überwachung, Führerkult und ein gnadenloses System der Kollektivstrafe aus einem Land, das von dem Rest der Welt hermetisch abgeriegelt ist – Nordkorea. Schon die Entstehungsgeschichte des Erzählbandes des nordkoreanischen Schriftstellers und Dissidenten, der unter dem Pseudonym Bandi („Glühwürmchen“) auftritt, gleicht einem literarischen Agenten-Thriller. Die Manuskripte seiner in den 1980er und 1990er Jahren verfassten Texte über den Alltag in einer gnadenlosen kommunistischen Diktatur unter Kim Il-Sung und Kim Jong-Il wurden heimlich aus dem Land geschmuggelt, seine Identität wurde bis heute nicht enthüllt. Die von Bandi beschriebenen Versuche seiner ProtagonistInnen, von der Parteilinie abzuweichen, sich von den regelmäßig geforderten Massenauftritten fernzuhalten oder Zweifel an der totalitären politischen Führung der Kim-Dynastie zu äußern, werden allesamt bestraft. Eine mutige und düstere literarische Chronik, für die dem Autor in seinem Heimatland eine Strafe für Vaterlandsverrat droht.

 
       
 

Oyinkan Braithwaite: Das Baby ist meins
Berlin: Blumenbar 2021, 125 Seiten. Aus dem Englischen von Yasemin Dincer

Als Buch / eBook verfügbar?

Nach dem Welterfolg ihres Debüts "Meine Schwester, die Serienmörderin" entspinnt die britisch-nigerianische Autorin Oyinkan Braithwaite auch in ihrem zweiten Buch eine spannende Geschichte rund um zwei Frauen. Ihr neuer Roman ist ein literarisches Kammerspiel aus dem Lockdown in Nigeria, das mit der Tradition des salomonischen Urteils spielt: Mit 28 kurzen Kapiteln gibt es zwar wenig Text – aber umso mehr Tempo, Spannung und Spiel mit den Extremen! Zusammen mit dem Erzähler, dem selbstverliebten Großstadt-Macho Bambi, muss der Leser entscheiden, welcher Figur er glaubt und wer eigentlich die Mutter des kleinen Remilekun ist. Ist es Bambis kürzlich verwittwete Tante Bidemy? Oder eher Esoho, die junge Geliebten seines an Corona verstorbenen Onkels Folu? Die beiden Frauen streiten heftig, beschuldigen sich der Hexerei und scheuen sogar vor Schlägereien nicht zurück. Mitten im Gebrüll und Gezänk übernimmt Bambi die Pflichten eines Vaters. Das Patriarchat afrikanischer Prägung wird kurzerhand auf den Kopf gestellt, traditionelle Geschlechterrollen lustvoll umgekehrt – und das Ende des Kurzromans völlig offen. 

 
       
 

Louise Penny: Das Dorf in den roten Wäldern. Der erste Fall für Gamache
Zürich: Kampa Verlag 2021, 400 Seiten. Aus dem Kanadischen Englisch von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck 
Als Buch / eBook / Hörbuch / eAudio verfügbar? 

Three Pines war in keinem Reiseführer zu finden. Meist wurde das Dorf zufällig entdeckt. Aber die meisten, die das Glück hatten, es gefunden zu haben, kamen irgendwann zurück. Die Idylle in dem kleinen Dorf mitten in den kanadischen Wäldern wird jedoch einen Leichenfund gestört. Inspector Armand Gamache muss die Sache aufklären…Eine nette Dorfgemeinschaft, ein interessanter Ermittler und spannende zwischenmenschliche Situationen. Man bangt und hofft mit den Bewohnern des Dorfes um ihre kleine freundliche Gemeinschaft.

Die Krimi-Reihe der kanadischen Autorin Louise Penny ist inzwischen auf mehr als zehn Bände angewachsen und hat überall auf der Welt ihre Lesefans gefunden. Gehören Sie auch bald dazu? 

 
       
 

Volker Weidemann: Brennendes Licht. Anna Seghers in Mexiko
Berlin: Aufbau Verlag 2020, 168 Seiten 
Als Buch / eBook verfügbar?

„(...) Die Freiheit. Die Entfernung vom Krieg, von all den Zerstörungen, all den Toten, all den Erinnerungen an die Menschen, die nun nicht mehr lebten. Noch einmal atmen. Mexiko. Ihr Ort der Zuflucht. Ihr Land der Wiedergeburt. Ihr neues Land."
In dem mittelamerikanischen Land hat die Autorin Anna Seghers von 1941 bis 1947 mit ihrer Familie ein neues Zuhause und eine neue Wirkungsstätte gefunden – nach der Flucht aus Nazi-Deutschland und unsicheren Jahren im französischen Exil. Hier begegnet sie dem Künstlerpaar Diego Rivera und Frida Kahlo, dem chilenischen Schriftsteller Pablo Neruda sowie dem aus der Tschechoslowakei geflohenen "Rasendem Reporter" Egon Erwin Kisch. Hier erlebt sie, wie die englische Übersetzung ihres Buches „Das Siebte Kreuz“ über die Flucht aus einem Konzentrationslager zum Bestseller und zur Pflichtlektüre der nach Europa entsandten US-Soldaten wird. Hier verfasst sie ihren Roman „Transit“ (2018 überzeugend verfilmt von Christian Petzold). Sie erleidet in Mexiko aber auch einen schweren Autounfall und erfährt vom Tod ihrer Mutter im KZ-Lager im polnischen Piaski. Hier führt sie, überzeugte Kommunistin und Aktivistin, die linke politische Agenda weiter, erlebt aber auch die Bespitzelung, den Machtkampf und die Unerbittlichkeit des stalinistischen Einflusses, die aus Moskau bis nach Mexiko reicht. Eine lesenswerte und emphatische biografische Spurensuche und das Porträt eines Landes, in dem man 
„ein phantastisches Licht" vorfindet, "ein einmaliges Licht auch zum Schreiben.“

 
       
 

Julia Finkernagel: Immer wieder Ostwärts. Oder wie man in der Transsibirischen Eisenbahn duscht, ohne seekrank zu werden. 
München: Knesebeck Verlag 2021, 238 Seiten

Als Buch verfügbar? 

Go East! Fahr in den Osten, in die „fremde Galaxie“ – und wenn Du hinfährst, dann mit der Transsibirischen Eisenbahn! Hört sich nach Klischees an? Die literarischen Reportagen und Berichte, die auf den Drehreisen der Filmemacherin Julia Finkernagel für die MDR-Sendung „Ostwärts“ entstehen, bestätigen nicht das (vermeintlich) Bekannte, sondern begegnen mutig dem Neuen. Und fächern den Begriff des Ostens gleich in drei Richtungen auf: Erstmals geht es nordostwärts, in die drei baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland. Hier zoomt die Autorin an ausgewählte Reiseziele heran – die selbstverwaltete Künstlerrepublik Uzupis in der litauischen Hauptstadt Vilnius, das Sanatorium im lettischen Ligatne, das zugleich ein Atombuker war, und die estnische Insel Kihnu. Bei der Reise südostwärts, die nach Montenegro führt, geht sie – neben der Schilderung von Kultur und Begegnungen mit Menschen – mehr auch auf den gesellschaftlichen und politischen Hintergrund der ex-jugoslawischen Republik auf dem Balkan ein. Und wenn sie mit der Transsibirischen Eisenbahn Anfang 2020 von Moskau aus frostwärts aufbricht, bringt sie auch Naturbeschreibungen vom winterlichen Baikalsee zurück.  

 
       
 

Charlie Carrington: Atlas Cookbook. In 80 Rezepten um die Welt. 
München: Knesebeck Verlag 2020, 223 Seiten. Aus dem Australischen Englisch von Carmen Söntgerath 

Als Buch verfügbar? 

Nicht in Kilometern oder Tagen, sondern in Spezialitäten und Zutatenlisten bemisst der australische Koch aus Melbourne, Charlie Carrington, seine Reise um die Welt. Mit dabei im Reisegepäck hat er sein Motto: „Nichts ist spannender, als wenig befahrene Routen zu erkunden, egal ob auf Reisen oder in der Küche.“ Seine Sammlung von 80 Rezepten aus 20 Ländern auf 4 Kontinenten führt dann – neben den allen Gourmets & Globetrottern gut bekannten europäischen Zielen wie Frankreich oder Italien – auch nach Bolivien, Kambodscha oder in den Irak. Die ansprechenden Texte, die die regionalen Zutaten eines jeden Landes vorstellen und in die Kochtraditionen und einzigartigen Essgewohnheiten einführen, bereichern das Kochbuch um Aspekte einer enthnologisch-kulinarischen Landeskunde. Gleichzeitig setzten Carringtons Rezepte – Suppen, Salate, Snacks und Hauptgerichte – auch auf Zutaten, die keine Grenzen kennen und die weltweit geschätzt und genutzt werden. Beim Nachkochen ermutigt der Starkoch zum Abwandeln und Experimentieren – Ihnen fällt doch sicher was zum argentinischen Kartoffel-Rucola-Salat mit Orangen oder zum portugiesischen Bohneneintopf mit Venusmuscheln und Chorizo ein? Guten Appetit –und gute Reise! 

 
       
 

Janosch: Oh, wie schön ist Panama 
Weiheim: Beltz & Gelberg 2007 (30. Auflage).
Zum Vorlesen ab 3 J., zum Selbstlesen ab 6 J.
Als Buch / eBook / Tonie-Figur verfügbar? 

Der kleine Bär und der kleine Tiger leben zusammen mit ihrer Tigerente in einem kleinen gemütlichen Haus am Fluss. Als der Bär - wie jeden Tag - am Fluss Fische fangen geht, fischt er stattdessen eine Holzkiste aus dem Wasser. Sie riecht nach Bananen, und es stehen einige Buchstaben darauf: „P-A-N-A-M-A“!  Die Kiste kommt aus Panama und Panama riecht nach Bananen, das ist dem Bären sofort klar. Dort will er hin. Auch der Tiger lässt sich überzeugen, denn: „Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten!“
Nun beginnt ein abenteuerlicher Weg, der sie die Bekanntschaft vieler anderer Tiere machen lässt und über Wiesen und Felder führt. Da sie unbewusst im Kreis gehen, kommen sie schließlich in eine Gegend, die ihnen gefällt. Sogar eine kleine Hütte mit Kamin scheint auf sie zu warten. Da auch ein Straßenschild mit der Aufschrift „Panama“ vor dem Haus steht, sind sie fest davon überzeugt, endlich im Land ihrer Träume zu sein: „Oh, wie schön ist Panama!“ Dass sie dieses Schild vor dem Abmarsch selbst gebastelt haben, um sich sicherer zu fühlen, den richtigen Weg zu finden, haben sie nicht mehr in Erinnerung. Manchmal muss man eben erst von zu Hause weggehen, um zu erkennen, wie schön es zu Hause ist!

 
       
 

John Curran (Regie): Spuren. Lass alles hinter dir
Australien: 2014. Mit Mia Wasikowska und Adam Driver 
Bei filmfried verfügbar? / Als DVD verfügbar? 

Extrem-Abenteuerreisen sind nur was für Männner? Bereits in den 1970er Jahren hat Robyn Davidson das Gegenteil bewiesen, als sie sich - gemeinsam mit ihrem Hund und vier Kamelen - zu einem 2.700 Kilometer langen Fußmarsch vom Herzen des australischen Kontinents mitten durch die Wüste bis zum Indischen Ozean an der Westküste aufgemacht hat. Ihre achtmonatige Reise, die eine Mutprobe und ein Selbstfindungstrip zugleich war, hat Robyn Davidson selbst in Buchform aufgearbeitet. Außerdem hat der Fotograf Rick Smolan ausgewählte Etappen der Reisen für "National Geographic" in großartigen Aufnahmen festgehalten. Das Natur-Kinodrama folgt der von Mia Wasikowska gespielten Hauptfigur durch die raue, karge und nur von Abirigenes-Stämmen spärlich besiedelte Landschaft des australischen Outbacks. Die bedrohlich-wilde Tierwelt, Sandstürme, Wassermangel und Durst - alle Herausforderungen des Survival-Trips überwindet Davidson  nicht dank ihrer physischen Kraft, sondern vor allem dank ihrer Beharrlichkeit und Willensstärke.  

 
       
 

Für Jugendliche im Alter bis 21 Jahren, die im Sommer multimediale Erlebnistouren durch Dachau absolvieren möchten, haben wir auch eine Empfehlung: die vom Team der städtischen Jugendzentren in Kooperation mit dem Kreisjugendring Dachau, dem Freiraum Dachau, dem Dachauer Jugendrat und dem Jugendhaus Karlsfeld entwickelte Aktion Jugend-Kultur-Bound.

Actionbound ist eine App, in welcher verschiedene Smartphone- und Tablet-Rallyes gespielt werden.
Bei insgesamt 14 Rallyes ("Bounds") oder multimedialen Erlebnistouren, die zu spannenden Orten der Dachauer Jugendkultur führen, sind verschiedene Rätsel und Aufgaben zu lösen.

Wer vom 1. Mai bis zum 31. August  2021 die meisten Bounds absolviert und dabei Aufgaben rund um den Biersee, Waldschwaigsee, den Amperwald, die StreetArt-Kunstwerke in Dachau Süd, das Kultur- und Jugendzentrum Freiraum oder das Karlsfelder Jugendhaus richtig & kreativ löst, kann tolle Preise gewinnen.

 
       
    Empfohlen von Sabine Drexlmaier, Birgitt Heermann (Team Leseförderung) und Dr. Slávka Rude-Porubská (Leitung)