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LESBAR - unsere Lese- und Medientipps

In der Hauptstelle der Stadtbücherei können Sie unsere LESBAR besuchen. Hier lässt es sich bei einer Tasse Kaffee ausgezeichnet schmökern, in den Zeitungen und Zeitschriften blättern oder via WLAN Internetzugang nutzen. Dazu servieren wir Ihnen unsere monatlichen Lektüre- und Medientipps. 


#SOMMER, SONNE, STRAND - JULI 2022

Ich sauge den Sommer in mich ein wie die Wildbienen den Honig“, sagte sie. „Ich sammle mir einen großen Sommerklumpen zusammen, und von dem werde ich leben, wenn… wenn es nicht mehr Sommer ist. Und weißt du, woraus der besteht?“ Und sie erzählte es Birk.
„Es ist ein einziger großer Kuchen aus Sonnenaufgängen und Blaubeerreisig mit reifen Beeren und Sommersprossen, die du auf den Armen hast, und abendlichem Mondschein über dem Fluss und Sternenhimmel und Wald in der Mittagshitze. Voll von Sonnenlicht auf den Fichten und kleinen Regenschauern und all so was. Und voller Eichhörnchen und Füchse und Hasen und Elche und dazu alle Wildpferde, die wir kennen. Und auch noch unser Schwimmen und Reiten im Wald, ja, da hörst du, dass mein großer Kuchen aus allem besteht, was Sommer ist.“

Machen Sie es im Sommer wie Ronja Räubertochter, die bekannte Kinderbuchheldin von Astrid Lindgren! Sammeln Sie sommerliche Lektüreeindrücke, blättern Sie in vielen Sommerbüchern und genießen Sie die besten Sommerseiten des Jahres!

   
         

Bild: © Max Goncharov / Unsplash

 

Sommerzeit ist Lesezeit! Und am besten liest es sich im Sommer auf der Wiese oder im Freibad. Oder im Zelt oder auf der langen Zugfahrt in den Urlaub. Egal ob laut, leise, rückwärts oder kopfüber - beim diesjährigen Lese-Bingo der Stadtbücherei Dachau und der Buchhandlung Subtext ist für alle etwas dabei: Lese-Action und Abenteuer, Lese-Spaß und Spannung. Und von der kleinen Schwester über den großen Cousin bis hin zu Oma und Opa können alle mitmachen. Wer dabei sein will, kann sich in der Bücherei oder in der Buchhanldung eine passende Bingo-Karte abholen, auf der sich unterschiedliche Leseanregungen finden. Es gibt Karten für Kinder, Jugendliche und für erwachsene Leserinnen und Leser. Jede erfüllte Aufgabe ist auf dem entsprechenden Bingo-Feld zu markieren. Die leeren Bingo-Felder kann außerdem jeder mit seiner eigenen Lese-Idee füllen.Unter allen bis zum 15. September 2022 in der Bücherei-Hauptstelle oder in der Buchhandlung Subtext abgegebenen Bingo-Karten werden tolle Preise verlost!

   
         
 

Tove Jansson: Das Sommerbuch. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer
Köln: Bastei Lübbe 2014, 204 Seiten 

Als Buch / eBook verfügbar?

Wie stellen sie sich den finnischen Sommer vor? Tove Jansson, die finnlandschwedische Autorin der beliebten Mumin-Kinderbücher, nimmt uns in diesem schmalen Buch auf eine winzige Schäreninsel im Finnischen Meerbusen. Hier verbringen die sechsjährige Sophia und ihre Großmutter die Tage zwischen Frühling und Herbst. Das Haus ist klein und spartanisch eingerichtet, aber den beiden ist das Draußen-Sein wichtiger – sie streifen über die Insel, sammeln Beeren und angeschwemmtes Treibholz, bauen Tierskulpturen, schnitzen Boote aus Rinde, rudern, schwimmen in dem seidig-klaren Wasser, schlafen unter den Sträuchen und vor allem – plaudern, reden, diskutieren, philosophieren... Darüber, ob der Gott vielleicht Sekretärinnen hat, die die ganze Arbeit für ihn verrichten, ob im Himmel Ameisen wohnen und wie man verlorene Erinnerungen wieder gewinnt. Poetisch, heiter und traurig zugleich.

 

 
       
 

Ronya Othmann: Die Sommer
München: Hanser Verlag 2020, 288 Seiten

Als Buch / eBook verfügbar? 

„Hätte ich damals schon gewusst, was noch kommt, dachte Leyla, ich hätte eine Kamera mitgenommen. Alle meine Sommer bei den Großeltern über hätte ich alles fotografiert. Jedes Haus, jeden Stein, jede Pflanze im Garten. (…) Ich hätte das getan, dachte Leyla, damit nichts jemals verloren gehen kann.“ Die Sommer, die Leyla als Kind bei der Familie ihres syrischen Vaters in einem kleinen jesidischen Dorf  in Nordsyrien verbringt, sind heiß und staubig. Diese Sommer riechen nach Rosen und dunklen Maulbeerbaumfrüchten, sie schmecken nach gefüllten Weinblättern und fühlen sich nach der unendlichen Zuwendung der geliebten Großmutter. Leylas Sommer der Kindheit stehen für Geborgenheit und Stabilität – und bilden einen starken Kontrast zu der Hintergrundgeschichte über gleich mehrfachen Verlust der Heimat. In den 1980er Jahren muss Leylas Vater vor dem Geheimdienst des syrischen Regimes fliehen. Nach dem von der IS-Terrormiliz verübten Massenmord an den Jesiden im Shinghal-Gebirge 2014 gelangt auch der Rest der Familie nach Deutschland. Leyla selbst verliert angesichts der Nachrichten über den brutalen Genozids allmählich ihre Erinnerungen an einen prägenden Teil ihrer Biografie; eben an die unbeschwerten Sommerferien bei der Großmutter. Ronya Othmanns Text überzeugt sowohl in atmosphärisch dichten Bildern als auch in reflexiven Passagen.
 
       
 

Lenz Koppelstätter: Almas Sommer
Hamburg: Kindler-Rowohlt Verlag 2022, 206 Seiten
Als Buch verfügbar?

Lenz Koppelstätter hat sich einen Namen gemacht als Autor der Beststeller-Krimi-Reihe um den Südtiroler Polizeikommisar Johann Grauner. Auch in Koppelstätters neuestem Buch geht’s nach Südtirol: kennt man als Autor von Südtiroler Krimis mit dem Kommissar Johann Grauner. In Südtirol spielt auch sein neuestes Buch, denn hierher fahren im Sommer 1910 Gustav Mahler und seine Frau Alma. Die Liebe zwischen dem Musikgenie und seiner Muse, der schönen und bewunderten Alma, ist in der neunjährigen Ehe allerdings längst erkältet. Zu unterschiedlich sind die Charaktere, Wünsche und Bedürfnisse: Der Komponist und Dirigent Mahler braucht Abgeschiedenheit und Ruhe, Disziplin und geregelten Tagesablauf, um an seinen Partituren zu arbeiten. Die gelangweilte Alma sehnt sich nach mondäner Großstadtgesellschaft, nach Bewunderern, die ihr zu Füßen liegen – und danach, ihre musikalische Begabung selbst auszuleben. Aber eine Ehefrau als Komponistin? Für Mahler undenkbar! Auch die Trauer über das verstorbene Töchterchen hat nicht Verbindendes mehr. Die Geltungssucht und Selbstverliebtheit der beiden macht das weitere Zusammenleben des bekanntesten Künstlerpaares der Wiener Moderne unmöglich, zumal Alma eine heimliche Affäre mit dem jungen Architekten Walter Gropius eingeht... Abwechselnd aus der Perspektive der beiden Eheleute erzählt, bitter-ironisch im Ton ist die Geschichte über die Sommerfrische von Toblach 1910 ein großes Lesevergnügen.

 
       
 

Ewald Arenz: Der große Sommer
Köln: Dumont 2021, 317 Seiten

Als Buch / eBook verfügbar?

Es gibt für jeden den einen Sommer, den man nie vergisst, der alles und für immer verändert...
Für den knapp sechzehnjährigen Friedrich, genannt Frieder, sieht es zunächst allerdings nach einer Katastrophe aus. Da seine Versetzung bedroht ist, fallen für ihn die Sommerferien und der Familienurlaub aus. Er soll bei den Großeltern bleiben und für die Nachprüfungen in Mathe und Latein lernen. Frieder schafft es, das Vertrauen und die Zuneigung seines strengen Großvaters zu gewinnen und erkämpft sich immer mehr Freiheiten. Er verbringt die Zeit mit den Freunden auf der alten Stadtmauer, verliebt sich in Beate, bricht in das nächtliche Freibad ein und springt von dem höchsten Turm ins Schwimmbecken. Erste Liebe, erster Sex, Freundschaft und Familiengeschichte, Erwachsenwerden, Geheimnisse und Abenteuer – das sind Zutaten für diese Sommerlektüre pur! Zu Recht ist der Coming-of-Age-Roman im vergangenen Jahr zum Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhändlerinnen und Buchhändler gewählt worden!

 
       
    Dr. Slávka Rude-Porubská (Leitung)