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LESBAR - unsere Lese- und Medientipps

In der Hauptstelle der Stadtbücherei können Sie wieder die beliebte LESBAR besuchen. Hier lässt es sich bei einer Tasse Kaffee ausgezeichnet schmökern, in den Zeitungen und Zeitschriften blättern oder via WLAN Internetzugang nutzen. Dazu servieren wir Ihnen unsere monatlichen Lektüre- und Medientipps.  


Hygiene- und Schutzkonzept für den Besuch der LESBAR
Der Zugang zur LESBAR durch die Bücherei-Innenräume ist derzeit an die 2G-Regel gebunden, nach der nur geimpfte und/oder genesene Personen die Bücherei betreten dürfen. Auf dem festen Sitzplatz darf die Maske beim Konsumieren von Getränken am Tisch abgenommen werden. In der LesBar ist auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen zu achten. 


#GESCHICHTE UND GESCHICHTEN - FEBRUAR 2022

Wie nimmt die Literatur die historischen Stoffe auf? Wie wird Geschichte in Texten und Geschichten verarbeitet? Im Februar 2022 blicken wir in die Vergangenheit zurück und empfehlen Ihnen eine Auswahl an historischen Romanen, Krimis und Sachbüchern zur Geschichte und Zeitgeschichte.
Bei unserem Film-Streamingdienst #filmfriend können Sie zudem mit der Kollektion „Historische Filmschätze“ in die Vergangenheit großer deutschen Städte und Regionen eintauchen und München, Leipzig oder Ostsee in beeindruckenden historischen Filmaufnahmen wiederentdecken. Ein cineastisches Highlight ist auch die filmfriend-Kollektion zum Thema „Black History Month“. Hier geben ausgewählte Filme den Einblick in die Schwarze Geschichte und machen auf Biografien aufmerksam, die in den mehrheitlich weißen Gesellschaften oft marginalisiert oder vergessen werden. Und wer sich mit dem Bücherei-Ausweis in der Onleihe einloggt, kann in digitalen Zeitschriften und Magazinen wie G-Geschichte, P.M. History oder Spiegel Geschichte  aufregende Kapitel der Weltgeschichte entdecken.    

 

   
         
 

Norman Ohler: Die Gleichung des Lebens
Köln: Kiepenheuer und Witsch 2017, 416 Seiten
Als Buch verfügbar?

Als Sachbuchautor hat sich Norman Ohler historischen Themen gewidmet, etwa dem Drogenkonsum im Dritten Reich in seinem Buch "Der totale Rausch". Seinen gelungenen, mit Krimi-Elementen versetzten historischen Roman hat er in Preußen des 18. Jahrhunderts angesiedelt. 1747 befiehlt Friedrich der Große, die Sumpfgebiete östlich von Berlin trockenzulegen und die Oderbruch-Gegend in fruchtbares Ackerland zu verwandeln. Statt der aufsässigen und stolzen wendischen Fischer sollen hier neue Untertanen angesiedelt werden, die an der Landgewinnung mitzuwirken haben. Der geniale Mathematiker Leonhard Euler soll die Berechnungen für die Trockenlegungen durchführen; außerdem wird er auch mit der Aufklärung des Mordes an dem französischen Ingenieur Mahistre beauftragt, der das Mammutprojekt geleitet hat. Aberglaube und Tradition gegen den Fortschrittsglauben und Berechenbarkeit – vor einer starken Naturkulisse erzählt der spannende Roman von den Auswirkungen großer politischer Vorhaben nicht nur auf Landschaften, sondern auf die Gesellschaftstrukturen - und die Menschen. 

 

 

 

 
       
 

Abdulrazak Gurnah: Das verlorene Paradies
München: Penguin Verlag 2021, 334 Seiten. Aus dem Englischen von Inge Leipold
Als Buch verfügbar?

Die Geschichte der Kolonisierung in Afrika erzählt der in Sansibar geborene, tansanisch-britische Literaturnobelpreisträger aus dem Jahr 2021 aus einem mutigen, neuen Blickwinkel. Das herkömmliche Bild von dem in barbarischen Traditionen verhafteten afrikanischen Kontinent dreht der Autor um: Es sind nämlich die Europäer, die unbarmherzigen und brutalen deutschen Kolonialherren, die die Dominanz der Araber in Ostafrika ablösen und die im 19. Jahrhundert die Barbarei ins Land bringen. Es ist die Perspektive der Einheimischen, die hier im Mittelpunkt steht; die Perspektive des zwölfjährigen Yusuf, der von seinem verschuldeten Vater an einen wohlhabenden arabischen Gläubiger verkauft wird, mit dem der Junge eine Karawanen-Handelsfahrt unternimmt. Das verlorene Paradies ist dabei ein vieldeutiges Bild der präkolonialen Vergangenheit und der multiethnischen Gesellschaft Sansibars (des heutigen Tansania), aber auch der Wünsche und Sehsüchte eines jeden Menschen nach friedlichem Zusammenleben und Freiheit.

 
       
 

Andreas Izquierdo: Revolution der Träume
Köln: Dumont 2021, 512 Seiten
Als Buch / Hörbuch verfügbar?

Im zweiten Teil der Trilogie „Wege der Zeit“ nimmt Andreas Izquierdo alle an historischen Stoffen und packenden Geschichten interessierten LeserInnen mit nach Berlin. Hier schildert er die Schicksale der drei Freunde in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg weiter, deren Kindheit und Jugend im westpreußischen Thorn im ersten Band, „Schatten der Welt“, erzählt wurde. Die aufmüpfige und freche Isi, die sich den für gesellschaftlichen Wandel kämpfenden Kommunisten anschließt. Den kriegsversehrten Arthur, der sich mit windigen und zwielichtigen Geschäften Einfluss in der Clubszene der Großstadt erkämpft. Und den sensiblen Carl, der seinen Berufseinstieg als Kameramann bei der legendären UFA meistert. Das von zahlreichen Putschversuchen geschüttelte Berlin ist Schauplatz heftiger politischen Umbrüche und sozialer Unruhen; der Übergang von der Ständegesellschaft der Kaiserzeit zur demokratischen Weimarer Republik ist mit viel Gewalt verbunden. Hautnah erlebt man bei der Lektüre etwa den Mord an Rosa Luxemburg; in der aufgeladenen Atmosphäre entsteht die „Dolchstoßlegende“, die den verlorenen Krieg verklärt – und den nächsten vorbereitet. In den Wirren der Zeit hält aber das Trio an seiner Freundschaft fest, gibt sich den Vergnügungungen der frühen 1920er Jahre hin und muss sich schließlich trennen, als Carl nach Amerika aufbricht... 
 
       
 

Titus Müller: Die fremde Spionin
München: Heyne 2021, 398 Seiten

Als Buch / eBook verfügbar?

Auch Titus Müller verpackt historische Fakten in eine Trilogie: Dem ersten Band seiner dreiteiligen Spionage-Reihe liegen mehrere reale historische Ereignisse der deutsch-deutschen Geschichte zugrunde; vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und des Mauerbaus in Berlin begegnen wir hier Erich Honecker, Walther Ulbricht und Alexander Schalk-Golodkowskij sowie der Agenten-und Spionageszene der konkurrierenden Großmächte. Ria Nachtmann, die Protagonistin von Müllers spannendem Geschichtsthriller, heißt mit richtigem Nachnamen Berkengruen und ist Tochter des ehemaligen stellvertretenden DDR-Kulturministers. Nach der Verhaftung des Vaters wachsen sie und ihre jüngere Schwester Jolantha ohne Kontakt zueinander in Pflegefamilien auf. Als Ria eine Stelle im Ministerium für Außenhandel antritt und den Zugang zu wichtigen Unterlagen erhält, wird sie vom Bundesnachrichtendienst als Informantin rekrutiert, später sogar vom sowjetischen Geheimdienst KGB zur Arbeit als Doppelagentin gezwungen. Aber keine Gefahr scheint ihr zu groß, um ihre Schwester wiederzufinden; kein Gegner, auch nicht der gefürchtete KGB-Agent Fjodor Sorokin, kann sie aufhalten.

 
       
 

Uwe Wittstock: Februar 33. Der Winter der Literatur
München: C.H. Beck 2021, 288 Seiten
Als Buch verfügbar?

Eine eisige Literaturgeschichte, ein packendes Sachbuch über das Ende der Literaturepoche der Weimarer Republik oder eine aufwühlende Chronik von der Verwandlung einer Demokratie in eine Diktatur. Der Literaturkritiker und Journalist Uwe Wittstock macht anhand von historischen Quellen und Aufzeichnungen von KünstlerInnen und Schriftstellerinnen deutlich, wie der Nazi-Regime mit unliebsamen Intellektuellen umging. An jedem Tag zwischen dem Regierungsantritt von Hitler und der Erlassung der „Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat“, mit der die Bürgerrechte in Deutschland außer Kraft gesetzt wurden, können wir beim Lesen die Schicksale der jüdischen, linksliberalen oder kommunistischen AutorInnen mitverfolgen – die Emigration der Familie von Thomas Mann in die Schweiz, die Flucht von Heinrich Mann nach Frankreich, von Bertolt Brecht und Oskar Maria Graf nach Wien, die Verhaftungen von Egon Erwin Kisch und Erich Mühsam in Berlin, die Übergriffe auf Else Lasker-Schüler, die Rufmordkampagnen in den gleichgeschalteten Medien gegen Vicki Baum, Erich Maria Remarque und Ernst Toller. Ein hochpolitisches und dramatisch erzähltes Buch!

 
   
 
 
 

Jakob Streit: Milon und der Löwe. Eine Erzählung aus der Zeit des frühen Christentums
Stuttgart: Freies Geistesleben, Neuauflage 2020, 232 Seiten. Ab 12 Jahren

Als Buch / eBook verfügbar?

Etwas Unerhörtes geschieht im antiken Alexandria: Milon, ein junger Grieche und früherer Sklave, kommt als Bote des römischen Kaisers nach Ägypten. Wie kommt es, dass er nun ein angesehener freier Bürger Roms ist? Und ein mutiger Held, der einem Löwen einen Dorn aus der Pfote zieht? Bis zu diesem Tag muss Milon jedoch auf einer langen See- und Handelsreise vom antiken Athen über Rom und Neapel nach Alexandria viele Gefahren überstehen, darunter auch den Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahr 79 nach Christus. Angelehnt an die frühchristliche Erzählung von “Androkles und dem Löwen“, in der ein Löwe im Circus von Rom das Leben eines hilflosen Sklaven verschont, werden historisch interessierte Leser ab 12 Jahren in die Zusammenhänge von Antike und in das frühe Christentum eingeführt. Beschreibungen der Lebensumstände und Bräuche in den antiken Städten in Europa und an der nordafrikanischen Küste erleichtern es, sich ein Leben zur Zeit der römischen Kaiser im 1. Jahrhundert nach Christus anschaulich und in allen Facetten vorzustellen. Auch die teilweise veraltet wirkenden Formulierungen in dem Anfang der 1970er Jahre erstmals erschienenen Jugendromans sollen die heutigen Jugendlichen nicht davon ab, in diese ferne Epoche einzutauchen.

 

 
       
 

Paleo. Ein Gesellschaftsspiel für 2 bis 4 Spieler. Ab 10 Jahre
München: Verlag Hans im Glück 2020
Neu: Demnächst in der Zweigstelle Ost ausleihbar! 

Das als „Kennerspiel des Jahres“ ausgezeichnete Kooperationsspiel nimmt uns noch tiefer in die Vergangenheit mit – nämlich in die Steinzeit. Hier schließen sich die Spieler zu einem Stamm oder eine Sippe zusammen, um in der rauhen Natur und dem gefährlichen Gelände zu überleben. In jedem Spiellevel müssen gemeinschaftliche Entscheidungen getroffen werden – über die Jagd auf die Wildtiere, über das Sammeln und Aufbewahren von Nahrung und Brennholz über die Aneignung bestimmter Fertigkeiten, die man braucht, um zum Bespiel Werkzeuge oder Kleidungsstücke herzustellen. Das Ziel ist es, eine Mammut-Höhlenmalerei fertigzustellen. Dabei muss man miteinander viel kommunizieren und einander helfen, man ist auf die Mitspieler angewiesen – wie eben beim echten Überlebenskampf unter widrigen Bedingungen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl und Solidarität sollen nicht verspielt werden; weder bei den Paleo-Runden noch im echten Leben!

 

 

 
    Sabine Drexlmaier (Team Leseförderung) und Dr. Slávka Rude-Porubská (Leitung)  

 

BUCH UND MEHR Eine Empfehlung von Paulina Spengler, Auszubildende

 

"Twelve Years a Slave" ist eine berührende Lebensgeschichte, ein starkes historisches Dokument -
und eine Ausleihe wert!


In der Stadtbücherei Dachau finden Sie die Memoiren von Solomon Northup als Buch, eBook und als Film.